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Italien 2014 - Tag 5 - Toskana

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Ciao Meer, machs gut. Riviera ist ja gut und recht, aber es reicht schon wieder. Ich packe meine Sachen und mache mich auf dem Weg in die Toskana. Habe mir auf Booking.com ein Bed&Breakfast rausgesucht, was sehr vielversprechend klingt.

Mit dem Motorrad in die Toskana

Der Anfang der Strecke führt mich ein immer wieder auf die gestrigen Strecke. Die sind aber so kurzweilig, das mir das nichts ausmacht. Dazwischen hat es auch ein paar schnellere Abschnitte. Zumindest mir geht es so, dass ich bei forscher Gangart allerdings gar nichts mehr von der Gegend mitbekomme.

Ich habe wieder das Navi programmiert, was sich als Fehler erweisst:

Mit dem Motorrad in die Toskana

Ziemlich genau auf der Grenze in die Toskana ist eine kleine Strasse in den Bergen plötzlich (Richtung Montereggio) gesperrt. Bin wohl schon recht hoch, denn der Bewuchs ist hier deutlich karger. Ich denke mir nichts dabei. Fahr einfach weiter, bis das Navi die neue Abzweigung bringt. Leider sagt das Navi kilometerlang drehen, drehen, drehen. Ich lasse mir lang Zeit, bis ich die Karte raus hole. Dann sehe ich, dass das die einzige direkte Verbindung über die Berge war. Jetzt muss ich mich lange wieder in Richtung Meer fast bis nach La Spezia halten und kann dann die (ziemlich langweilige) Strasse parallel zur Autobahn nehmen. Das Bed&Breakfast in Mulazzo finde ich nicht, aber ich bin von der Gegend auch ein bisschen enttäuscht. Gegenüber sind die hohen Berge und hier ist es ziemlich platt. Ich werfe nochmal die booking.com App an und finde auch bald was Passendes auf der anderen (bergigen) Seite.

Auf dem Weg dorthin ist erstmal Mittagspause angesagt. Gegenüber von einem etwas seltsamen Campingplatz mit allerlei Heiligen-Figuren ist ein schöner unbefestigter Parkplatz. Wahrscheinlich eine Anlage einer religiösen Organisation.

Ich werde beobachtet! Doch es ist kein Geheimdienst einer Sekte. Eine kleine Katze schaut, was ich hier so treibe. Dann noch eine. Und noch eine. Schliesslich beobachten mich sechs kleine Katzen. Sie sind zwar dünn, aber wirken nicht unterernährt. Es scheint weniger das Interesse an Futter, sondern eher die reine Neugier zu sein, was sie zu mir treibe. Aber nur eine wagt sich schliesslich ganz zu mir und lässt sich streicheln. Die anderen bleiben aber in der Nähe. Ausser mich zu beobachten, versuchen sie immer mal wieder ein paar Schmetterlinge zu fangen und spielen auch miteinander. Als ein Auto kommt sind sie blitzartig dorthin verschwunden. Vielleicht der Futterlieferant?

Beobachter in der Toskana

Nachdem ich das Tal durchquert habe, wird die Strecke wieder interessant. Hinter Bagnone, dessen Altstadt wirklich alt wirkt, ist die Strasse für LKWs und alles über 10 Tonnen gesperrt.

Bagnone - Toskana

Bagnone

Entsprechend schmal windet sich das Strässchen den Berg hoch. Apella finde ich zwar, mit den Zimmern habe ich aber Mühe. Eine Frau hilft mir mit Händen und Füssen weiter. Die Wohnung ist unverschlossen. "Scusi"-schreiend arbeite ich mich langsam vor. Ich finde ein Zimmermädchen, das mir erklärt, dass die Rezeption im Restaurant ist. Sie deutet irgendwie nach draussen.

Montagna Verde - Borgo Antico

Montagna Verde - Borgo Antico

Montagna Verde - Borgo Antico

OK, also wieder aufs Moped. Ich mache den Fehler, dass ich durch den Ort fahre. Die Wege haben maximal die breite für diese dreirädrigen Piaggio-Wägelchen. Zwei GS kämen, zumindest vollgepackt, nicht aneinander vorbei. Um den Labyrinth zu entkommen, muss ich über zwei 15 cm hohe Stufen fahren. Sie sind immerhin abgerundet und es klappt ganz gut.

Dieses Mal sehe ich auch die ziemlich winzigen Schildchen mit "Rezeption" und komme zum Restaurant. Es sieht aus wie eine umgebaute Kirche. Zumindest wird es von einem alten Glockenturm dominiert. Wie auch das Dorf ist fast alles aus Stein. Jemand vom Restaurant fährt mit mir ins Dorf und gibt mir den Schlüssel. Das Ganze scheint ein Familienbetrieb zu sein. Der Typ sieht aus wie der Bruder von dem, der mich im Restaurant empfangen hat. Er zeigt mir auch, wo ich mein Moped unterstellen kann. Dazu muss ich allerdings wieder durch das Labyrinth durchfahren.

Homepage der ganzen Anlage: Montagna Verde

Ich bin ziemlich hungrig und fahre recht früh zum Essen. Zu früh. Nicht halb sieben, sondern halb acht geht es los. Bei der Rückfahrt schaue ich auf den Tacho. Knapp über einem Kilometer. Vor dem Dorf steht eine Kuh ziemlich blöd auf der Strasse. Die Herde steht rechts von ihr auf dem Feld. Da ist bzw. war auch mal eingezäunt. Ein Teil des Zauns steht, der Rest ist einfach kaputt. Italien halt ;-) als ich langsam auf die Kuh zu fahre, macht sie einen Satz ins Feld.

Ein Kilometer, das geht eigentlich auch zu Fuss, oder? Ausserdem gibt es einen Wanderweg dorthin, der noch kürzer zu sein scheint. In den Schlappen will ich allerdings nicht gehen, ich nehme die Motorradstiefel. Fällt gar nicht so sehr auf, wenn man die Hose darüber zieht. Bin auch echt froh, denn der Weg ist sehr steinig.

Karte gibt es keine, der Chef sagt einfach, was es heute gibt. Dabei sind schon diverse Varianten möglich. Als erstes gibt es Zwiebeln in einer leckeren Weinsauce, dazu kleine Brotstücke. Alleine an denen könnte ich mich sattessen. Sie schmecken wie Fettgebackenes. Sicher eine echte Kalorienbombe. Der nächste Gang ist nicht so ganz nach meinem Geschmack. Bis jetzt habe ich nur verstanden, dass ein Teil Kastanien war. Das andere hat ein bisschen nach Innereien geschmeckt.

Danach geht es wieder sehr lecker weiter: Feine Rinder-Filetscheiben mit Ruccula und Parmesan. Serviert auf einem heissen Stein. Dazu noch Kalbfleisch-Scheiben und gebratene Kartoffeln. Danach war ich nun wirklich satt. Das Ganze hat dann 20 Euro inklusive zwei Bier gekostet. Allein die Bier hätten an der Riviera schon elf Euro gekostet.

Ich mache mich auf den Rückweg. Natürlich wieder auf dem Wanderweg, nur ist es jetzt stockdunkel. Am Schlüssel habe ich ein kleines Taschenmesser mit LED-Taschenlampe. Eigentlich hell genug. Das Ganze wird aber nur von einer Knopfzelle gespeist. Wie lange die durchält? Nach fünf Minuten merke ich schon, wie es dunkler wird. Oh je. Was nun? Mir fällt mein Smartphone ein. Das Display macht ein bisschen hell, aber nicht allzu sehr. Aber ich hab da ja noch die Taschenlampenfunktion. Die spricht die Blitzer-LED an und macht auch schön hell. Der Akkuverbrauch hält sich auch in Grenzen. So komme ich gut über Stock und Stein heim.



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Italien 2014 - Tag 5 - schlageter.ch - Reisebericht Toskana mit dem Motorrad. Schlemmen im einsamen Bergdorf
Letzte Änderung: 22.10.2016
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