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Italien 2014 - Tag 1 - Ligurien

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September. Endlich Ferien. Wieso erst jetzt? Nun ja, 2014 brachte einiges unerwartetes mit sich, nicht alles davon war erfreulich. Aber es ist nun so weit: Ferien

Der Wetterbericht sagt viel Regen voraus. In der Nacht hat es so heftig geschüttet, dass ich von dem Krach aufgewacht bin. Dementsprechend schlecht komme ich aus dem Bett. Soll ich nun fahren oder nicht? Die Strassen sind noch nass, aber morgen sieht es auch nicht besser aus. Ausserdem zeigt der Regenradar in der ganzen Schweiz überhaupt keinen Niederschlag. Also los. Ich habe gestern nicht mal alles gepackt, also muss ich erst noch den Rest zusammensuchen. Kurz nach 11 sitze ich erst auf dem Bock. Kilometerfressen ist angesagt, weg aus dem Einflussbereich dieses komischen Tiefs, was da aus Nordrhein-Westfalen über Rheinland Pfalz nach Baden-Würrtemberg zieht und sicher auch bald die Schweiz aufmischt. Also Autobahn. Eigentlich will ich Meiringen, Grimsel mitnehmen, aber bei meiner Mittagsrast im (bayrischen) Biergarten am Vierwaldstätter See (so langsam feiert man wirklich überall Oktoberfest) fängt es ganz leicht an zu tröpfeln.

Rast am Vierwaldstätter See

Ich beschliesse doch den Gotthard zu nehmen und ziehe wenigstens mal die Regenkombi-Jacke an. Es fängt aber nicht richtig an zu regnen. Ich komme noch in einen Alpabtrieb (leider vergessen Foto zu machen). Die Regenkombi-Jacke bleibt aber erst mal an, es ist relativ frisch. An der Gotthard-Auffahrt (Tunnel nehmen wir schliesslich nur wenns Katzen hagelt) wird gebaut. Tempo 60 - Überholverbot. Das Auto vor mir fährt 40. Ich setze schon an, dann denke ich mir: Viel Verkehr, Samstag, Kontrolle lohnt sicher richtig. Wieder mal richtig im Urin gehabt: Zwei Kehren weiter stehen zwei Herren in Blau und schauen sich von oben da Getümmel an. Im Rückspiegel hinter mir sehe ich einen Motorradfahrer direkt vor den Polizisten ausscheren. Er wird natürlich prompt herausgewunken. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Als Sprungbrett nach vorne nehme ich lieber die nächste Baustellenampel. Ich habe freie Bahn, aber irgendwie ist mir heute nach Tremola, also der alten Passstrasse. Es ist trocken, so stören die Pflastersteine auch nicht. Ausser mir sind nur noch ein paar Radfahrer unterwegs. Wir überholen uns immer mal wieder gegenseitig, da ich mehrmals stehen bleibe, um ein paar Fotos zu schiessen.

Die alte Strasse am Gotthard-Pass - Tremola
Die alte Strasse am Gotthard-Pass - Tremola

 

In Airolo angekommen geht es gleich wieder auf die Autobahn. Spass macht das nicht. Ich denke mal wieder über die Neuanschaffung eines Motorrads nach. Eigentlich tendiere ich ja zu was kleines leichtem a la KTM Duke 690. Allerdings dürfte da Autobahnfahren noch ätzender sein. Was ist die Lösung? Zwei Motorräder? Naja, ob das das Budget hergibt?

Ich fahre weiter über Bellinzona, Lugano, Como. In Italien kommt die blöde Maut dazu. Irgendwann nehme ich mir mal die neue Karte vor, da meine alte zu Ende ist, und überlege mir eine »längerfristige Strategie«. So langsam könnte ich die Autobahn eigentlich verlassen und gen Süden stechen. Ich programmiere das Navi und wenig später (kurz vor Mailand) geht es runter von der Autobahn. Ist nicht wirklich eine schöne Gegend hier. Heruntergekommene Massenunterkünfte, etwa Industrie, viel Verkehr.

In irgendeiner trostlosen Stadt hat es sogar ein paar leicht bekleidete Mädels am Strassenrand. Sind irgendwie nicht zu beneiden.

So um fünf denke ich stärker über eine Unterkunft nach. Ich checke nochmal die Position auf der Karte Wenn ich noch ein bisschen dranhänge, könnte ich morgen schon in der kurvenreichen Region starten. Was sagt booking.com? Ich gebe verschiedene Namen ins Navi ein und kämpfe aber mit mehrfach vorkommenden Ortsnamen. 500 km weg? Das kann nicht sein. Schliesslich finde ich ein Motel in Castel San Giovanni. Die Strasse kennt mein Navi nicht. Macht es Sinn, hinzufahren? Ich riskier es. Es zieht irgendwie zu und wird schon langsam dunkler. Kurz vor San Giovanni sehe ich eine Bar, die auch »Camere« angeschrieben hat. Ich denke, komm, ich drehe. Gerade als ich in einen Kreisverkehr einfahre, sehe ich das Motel. Da die Bar doch etwas heruntergekommen aussah, fällt die Entscheidung leicht.

Das Hotel Motel 2 ist klever aufgebaut.Bucht man ein Hotelzimmer, kann man ganz normal durch den Gang zu den Zimmer gelangen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist nochmal eine Tür, der Moteleingang. Jedes Zimmer hat einen überdachten Vorplatz. Mein Motorrad steht im Trockenen. Klasse.

Das Zimmer: Viel rot, Spiegel an Wand und Decke. Hier ist man wohl auf alles vorbereitet ;-)

Die letzten Mädels an der Strasse waren aber schon über 50 km entfernt. Ein richtiges Restaurant hat das Motel nicht. Man kann sich das Essen auf das Zimmer liefern lassen. Hier kommt es zum grossen Missverständnis. Als es klingelt mache ich die Tür auf und eine Servierdame steht hinter meiner Türe und redet auf italienisch auf mich ein. Ich verstehe was von andere Türe und denke mir die bringt dem Nachbar das Essen. Als nach einer halben Stunde immer noch nichts da ist, gehe ich fragen. Deutsch kann hier sowieso keiner, aber auch nicht mal halbwegs englisch. Der Herr hinter dem Tresen kommt aber mit und zeigt mir, dass es neben der Zimmertüre eine Schranktüre gibt. Durch diese wird das Essen hereingeschoben. Von innen kann man das dann ebenfalls über eine Schranktüre holen. Jetzt ist die Lasagne kalt, man wärmt sie mir aber nochmal auf. Beim Thema Getränke verweist man auf die Minibar, die ich ziemlich dezimiere.

Nervig: Jedes Mal, wenn man die Zimmer-Karte in den Slot im Zimmer steckt (um Strom zu bekommen), geht auch der Fernseher lautstark an und preist die Vorzüge des Motels an. Es ist auch nicht allzu leise, mit Ohrstöpsel schlafe ich aber doch einigermassen gut. Alles in allem für den recht günstigen Preis und für die Durchreise aber ok.

454 km sind heute runter, bin ganz zufrieden, dafür, dass ich so spät los bin.



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Letzte Änderung: 22.10.2016
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