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Italien 2014 - Tag 10 und Rückfahrt

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Das Verhältnis zwischen mir und dem Pso di Croce Domini war nicht immer das Beste. Beim ersten Mal war eine Sperrung, natürlich erst auf der Passhöhe. Es war neblig, ich war damals auch alleine unterwegs. Ich habe umgedreht und musste einen Riesen-Umweg zum Gardasee gefahren.

Dann habe ich ihm doch noch einmal eine Chance gegeben. Was ist denn das da für ein Sträßchen, was da so keck auf der Passhöhe abzweigt?

Später schaute ich dem Ding noch zwei Mal versonnen nach, jedes Mal schüttelten die Mitfahrer beim Anblick der ungeteerten Strecke den Kopf. Gestern bei der Grobplanung für den Heimweg bin ich wieder darüber gestolpert. Anscheinend war die Strecke wegen einer Muräne von 2002 bis 2009 eh gesperrt. Jetzt ist sie aber wieder offen.

Passo di Maniva

Von Anfo am Lago d‘Idro kann man via Pso di Maniva - Goletta d. Crocette - Gioga di Bala auf den Pso di Croce Domini fahren. Ich habe doch mal sicherheitshalber einiges gegoogelt. Leicht fahrbar, schrieb da einer, aber ohne zu schreiben, mit welcher Maschine. Ich werde es drauf ankommen lassen und notfalls drehen.

Die Abzweigung in Anfo ist gut zu finden. Der Pass beginnt eng, aber geteert. Schon hier immer wieder ein toller Ausblick, wobei der Idro-See recht bald hinter den Bergen verschwunden ist. Der viele Laubwald gibt eine richtig schöne herbstliche Stimmung.

Passo di Maniva

Auf der Passhöhe kommt dann ein Tunnel, danach geht es auf einem Grat ungeteert weiter. Zum Teil hat mit recht groben Steinen. Absperrung meistens Fehlanzeige. Langsam im ersten Gang geht es aber.

Ich haue ein paar Münchner an, die mit einer Duke und einer LC4 unterwegs sind. Sie kennen sich etwas aus, schlimmer wird es nicht. Nur muss ich halt noch mit Schotter vor dem Croce Domini rechnen.

Passo di Maniva

Passo di Maniva

Also weiter. Auf der Gratstrecke ist das landschaftlich reizvollste Stück. Felsnadeln ragen in die Höhe, einfach genial. Ich hab nicht genau geschaut, aber nach geschätzten 15 Minuten im ersten Gang, kommt man schließlich wieder auf ein geteertes Stück.

An der Stelle, an der von unten die Straße von Collio kommt, mache ich etwas länger Rast und schaue den Wolken zu, die auf Augenhöhe vorbeiziehen.

In Sichtweite der Nato-Funkanlage beginnt dann bald das zweite, wesentlich längere Schotterstück. Bis vor dem Croce Domini ist die Straße aber wesentlich breiter und auch besser geschottert. Man kann relativ entspannt fahren. Übertreiben sollte man es aber nicht. Hinter einer Kurve kommt mir ein Kleinlaster auf meiner Seite entgegen. Auf seiner Seite war ein Riesen-Schlagloch. Da wir beide recht langsam sind, kommen wir dann doch gut aneinander vorbei.

Passo di Maniva

Passo di Maniva

Dass Pass-Restaurant ist wohl geschlossen, zumindest sitzt niemand draußen. Also fahre ich weiter, obwohl ich jetzt einen Riesen-Kohldampf habe.

Wenig später kommt ein Bauernhof mit Beiz. Ich fahre erst dran vorbei, doch hier sitzen Leute draußen. Ich kehre und esse was.

Zwei ältere Pärchen sind auch mit dem Motorrad da. Beides Pensionäre. Eins davon sind richtige Hardcore-Fahrer. Albanien, Türkei, Griechenland, Respekt. 20 000 km pro Jahr.

Ich fahre weiter nach Breno und ein etwas langweiliges Stück beginnt. In Momo wechsle ich auf die Strecke zum Pso di Foppa. Foppa, so steht es auf meiner Karte, angeschrieben ist der Pass aber mit Pso del Mortirolo.

Passo del Mortirolo

Von dort geht es weiter nach Grosio und Richtung Stilfserjoch. Ich gebe mir die komplette Westseite und drehe auf dem Pass.

Als ich drehe sehe ich zwei abenteuerlich bepackte GS. Eine hat den gleichen Tank wie meine, aber irgendwas stimmt doch nicht. Neugierig halte ich direkt daneben.


Die zwei wenden sich auch gleich meiner GS zu und sprechen mich auf Englisch an. Aha, das ist also eine 1100, der ein 1150 Adventure Tank verpasst wurde.

He wo seid ihr denn her? Was habt ihr eigentlich für komische Nummernschilder?

USA!

Bin erstmal kurz sprachlos und frage dann genauer nach. Die zwei sind auf Weltreise. Sind ostwärts gestartet, schon drei Monate unterwegs und haben noch zwei Wochen vor sich, bevor sie die Motorräder von Liverpool aus wieder heimschicken. Klasse.

Ihre GS haben 106 000 und 116 000 auf der Uhr. Meilen, wohlgemerkt.

Die beiden sind richtig begeistert, wie neu meine noch aussieht. Naja, mit 60000 km und weder Mongolei- noch Russland-Durchquerung.

Sie fahren ostwärts, ich westwärts. Über den Umbrail komme ich nach Graubünden. Das Stilfser Joch liegt auf 2757 m. Es ist inzwischen kalt geworden und die Strecke liegt häufig im Schatten. Ich fange an zu frieren. Unten im Tal steht die Sonne so tief, dass sie, wenn sie denn mal da ist, extrem blendet. Eigentlich reicht es auch für heute. Taktisch war es zwar nicht gerade klug, so knapp hinter der Grenze eine Übernachtung zu suchen, da die Schweiz doch deutlich teurer ist. Aber da muss ich jetzt halt durch.

Stilfser Joch

Stilfser Joch

Ich übernachte im Parc-Hotel und Restaurant Saila.

Rückfahrt

Ich besuche erst mal noch eine Eselweide, die gestern abend in schlechtem Licht lag und schiesse ein paar Fotos. So viele habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Bei vierzig habe ich aufgehört zu zählen.

Eselweide

Eselweide

Wegen der Kälte hätte ich gestern auch weiterfahren können. Es ist deutich abgekühlt.

Nachdem ich auf dem Ofen-Pass fast erfroren bin, fällt mir endlich ein, dass ich doch noch Motorrad-Wäsche im Topcase habe. Ausserdem kann man die Regensachen ja auch als Kälteschutz missbrauchen. Das war eine gute Idee, dennn es fängt kurz an zu nieseln. Dann hört es wieder auf und wird wieder wärmer. Aber nur bis auf den Flüela, dort fängt es leicht sogar an etwas zu regnen und ich muss tatsächlich den Rest der Strecke im Regenkombi fahren.

Flüela-Pass

Trotzdem guter Schnitt: von 11 Tagen einer mit etwas Regen. Schön wars!

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Italien 2014 - Tag 10/11 - schlageter.ch - Pso di Maniva - Pso di Croce Domini - Pso di Foppa/Pso del Mortirolo - Stilfserjoch - Umbrail und jede Menge Schotter
Letzte Änderung: 12.12.2014
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