schlageter.ch
Home - News » Blog » Fish im Z7 in Pratteln (Switzerland)

Wie war es bei Fish im Z7 in Pratteln?

Hinweis: Zurzeit baue ich die Seite neu unter lars-schlageter.com auf. Es dauert aber noch, bis alle Inhalte komplett übernommen sind. Wenn du hier Inhalte vermisst, schau doch bitte auch mal dort vorbei.



Fish im Z7 in Pratteln

Am 02.02.15 war Fish, der Ex-Sänger er Prog-Rock-Band Marillion, mit seiner "A Feast of Consequences Tour" im Z7 in Pratteln. Wieso war ich wieder dort? Vor glaube ich acht oder neun Jahren kam ich doch total enttäuscht nach Hause? Damals war er mit einem Album unterwegs, das (zumindest für mich) sehr stark nach Peter Gabriels UP klang. Und UP fand ich als Gabriel Fan leider schon nicht besonders gut. Das klang alles ziemlich dünn, die wenigen Marillion-Songs total daneben, naja.

Irgendwann danach, habe es auch nicht mehr parat in welchem Jahr, war er dann nochmal nur mit dem alten Liedgut von Marillion unterwegs. OK, dachte ich mir damals, ich gebe ihm noch eine Chance. Fish trat damals ziemlich spätpubertär auf, wie ich fand: Prahlte mit seinem Weinkonsum und versuchte unbedingt über 100 Dezibel zu singen. Krächzen, müsste an eher sagen. Die alten Songs waren viel zu hoch für seine tiefe und brüchige Stimme. Ne, nie wieder, dachte ich mir und habe mich seither weder um aktuelle Alben noch sonst wie um die Person Fish gekümmert.

Ende 2014 sehe ich in einem Youtube Kommentar unter einem Video aus den 80ern ungefähr das folgende:

Die Stimme von Fish ist jetzt total scheisse!
Stimmt nicht, der ist wieder gut!

Echt jetzt? Ich suchte also doch nochmal nach "Fish 2014" und fand auch den ein oder anderen Mitschnitt. OK, die Marillion Dinger klingen besser wie zuletzt. Aber überzeugender ist das neue Album "A Feast of Consequences", das man auch direkt in seinem Shop kaufen kann. Zumindest der Preis für den MP3-Download ist äusserst fair, klasse.

Also gab ich ihm noch eine Chance, zumal er den Termin in Pratteln wegen Krankheit von 2014 auf 2015 verschoben hatte.

Und ja, es war genial. OK, noch immer kommt "fucking" in jedem zweiten oder dritten Satz vor und er rotzt noch immer auf die Bühne. Aber er sinniert auch übers älter werden und scheint jetzt dazu zu stehen. Irgendwie wirkte er mit sich mehr im Reinen. Auch wird schnell klar, warum sich so viele Songs um diverse Aspekte des ersten Weltkrieges drehen. Er besuchte vor einiger Zeit die Kriegsfelder in Frankreich mit einem befreundeten Experten für den ersten Weltkrieg. Nur wenige Meter von seiner Unterkunft musste sein Grossvater Gräben graben. Er war tief berührt, als er von dem Grauen erfuhr, dass sich hier abspielte. Später wurde klar, dass auch sein anderer Grossvater hier für die Engländer gegen die Deutschen kämpfen musste. 8000 junge Männer verschwanden in dem besungenen Hochwald, der nur wenige Fussbalfelder gross war. Er schloss seine Erzählung mit der Erwähnung seiner deutschen Freundin in Karlsruhe, deren Grossvater womöglich gegen die Engländer kämpfen musste. Und nun zieht er nach Karlsruhe. Da ist sein "Circle of life".

Er redet den ganzen Abend sehr viel auf Deutsch. Nicht perfekt, aber verständlich. Er hat wohl fleissig für seine deutsche Freundin Deutsch gelernt. Auch sonst scheint sie einen guten Einfluss auf ihn zu haben.

Am Anfang des Konzertes also viele Songs aus "A Feast of Consequences", sowie von einigen anderen Platten. Ich dachte gerade, hoffentlich bringt er jetzt keinen Marillion-Song und macht die Stimmung zunichte, indem er verzweifelt versucht, seine inzwischen doch eher tiefe Stimme auf die Tonhöhen der Achtziger zu bringen. Da erklangen die ersten Takte von "Slainthe Math". Aber irgendwie anders. Und es klingt nicht mal schlecht, sondern sogar ziemlich gut. Die Lösung ist ganz einfach: Die Jungs spielen es einfach ein paar Noten (oder Oktaven?) tiefer und der Fish darf in einer Tonhöhe singen, in der er sich richtig wohl fühlt und auch sichtlich Spass hat. He klasse! Und so toppen die Klassiker das Konzert sogar noch.

Schreit das nicht sogar danach, ein Motto für das älter werden daraus abzuleiten? Vielleicht so: Nicht jammern, nicht den alten Zeiten nachtrauern, flexibel bleiben und so trotz bzw. mit den Einschränkungen, die das älter werden mit sich bringen, das Beste daraus machen.

Fazit Fish "A Feast of Consequences"

Album kaufen und ins Konzert gehen. So einfach. Peter Gabriel sollte sich das mit der Tonhöhe mal zu Herzen nehmen. Als ich zuletzt in Stuttgart auf dessen Konzert war (die SO-Tour), war ich zutiefst enttäuscht. Vielleicht war der gute Peter ja nur erkältet, aber er klang irgendwie genauso schlecht wie Fish vor Jahren. Sorry Gabriel Fan, das muss mal gesagt werden, bin selber immer noch Fan ;-)



Hat Dir der Artikel gefallen? Dann freue ich mich, wenn Du ein Like hinterlässt und ihn teilst. Herzlichen Dank!

Schreibe einen Kommentar - aber kein SPAM - der wird zuverlässig gefiltert!

  • Erforderliche Felder sind markiert mit *.

If you have trouble reading the code, click on the code itself to generate a new random code.
 

Fish im Z7 in Pratteln (Switzerland) - schlageter.ch - Fish ist wieder da. Wie das Konzert war lest Ihr hier...
Letzte Änderung: 18.06.2015
©2017 by Lars Schlageter

Über mich | Kontakt | Links | Impressum | Datenschutzerklärung